Autor Thema: WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden  (Gelesen 3738 mal)

Honak

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WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« am: 12.07.2018, 21:03:32 »
Nach dem Paukenschlag um Michael Masbergs Entscheidung, Schmiede des Verderbens doch nicht zu schreiben, kommt nun eine weitere Meldung herein:
https://krzywikgross.wordpress.com/2018/07/12/beendigung-der-zusammenarbeit-mit-ulisses-spiele/
Ich bin als Deutscher mit DSA aufgewachsen,
mich l?sst Aventurien nicht fort.
Ich bin wie ein Baum mit der Spielwelt verwachsen,
der im Zweifel mit dem Systeme verdorrt.
(Alrik K?stner)

Nazir ibn Yussuf

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #1 am: 12.07.2018, 23:21:49 »
Gibts Props f?r von mir. Lustiger ist aber der verlinkte dsaforum-Thread. Herr Freudenberg sinkt bereits auf S. 3 auf das Niveau von "wenns dir nicht passt, kauf es nicht" herab. Nat?rlich ist er auch bis zum Schluss die versprochenen "wissenschaftlichen" Belege schuldig geblieben. :D So sieht Rassismus in Deutschland aus... Entstanden aus Ignoranz und Unwissenheit, dann aber aufgrund von verletztem Stolz zueigen gemacht und bis zuletzt verteidigt. Schulbeispiel...
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Was f?r mich bedeutet DSA wurde von Links-Gr?nen bunten Spinnern gekapert (...). Ich sehe das als Kampf um die Seele von DSA, die nun mal Wei?, Europ?ische Pr?gung (...) ist.

Graf Hardimund

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #2 am: 13.07.2018, 02:42:00 »
Mikes Unbehagen kann ich grunds?tzlich nachvollziehen. WdV finde ich auch nach allem, was ich dar?ber wei? (wie der emp?rte Ex-Autor kenne auch ich es nur aus zweiter Hand und habe auch kein Interesse, es n?her kennenzulernen) zum Fremdsch?men. Aber da kommt die gro?e Emp?rung (nicht nur bei ihm)  nun ausgerechnet wegen eines Produkts, das die kritisierten rassistischen Klischees ja nun wohl vor allem persiflieren will (ob das nun gelungen ist, sei mal dahingestellt). Soweit ich mich erinnere, gab es hingegen 15 Jahre lang keine Debatte um die v?llig unironischen Rassenpakete von DSA 4.0 und 4.1 und das damit - bewusst oder unbewusst - transportierte Menschenbild, dagegen aber einen Aufschrei, weil in DSA 4.0 die H?lfte der Professionen im generischen Femininum beschrieben waren. Hei?t das jetzt, dass wir heute sensibler f?r "Diversity" sind, oder dass bei WdV einfach der Holzhammer so gro? ist, dass man es nicht ignorieren kann? 

Kuanor

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #3 am: 13.07.2018, 04:42:30 »
Wie seht ihr das eigentlich, stellt man sich in eine Ecke, wenn man den Begriff "SJW" verwendet?
Der lag mir irgendwie auf der Zunge, als ich die erste H?lfte seines Blog-Postings las. Auf die zweite hatte ich dann keine Lust mehr.

Was war eigentlich bei Masberg damals der Grund gewesen? Ich habe die Sache nicht verfolgt.

Rahnaya

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #4 am: 13.07.2018, 11:57:01 »
Wenn ich WdV mal in Druckform in der Hand habe, schreibe ich was dazu.

Uh, jetzt habe ich mal den Post durchgelesen. Mei Mei, da haut er aber ganz schwer auf die Rassisten und Sexisten Kacke.
Genauso argumentieren SJW, im selben ?berzogenem anklagendem Ton. Als ob Diversit?t ein Gewinn ist, den man den Menschen mit dem Hammer in den Sch?del schlagen muss.

Von WdV habe ich eigentlich genau das erwartet, ein vollkommen politisch unkorektes, unernst und nonsense Produkt, das schw?lstige Fantasien bedient und unbedingt in jeder Herrenrunde unter dem Tisch rumgereicht werden muss, ohne dass gleich die Gesinnungspolizei den Raum st?rmt.

Ansonsten sehe ich in DSA kein Problem mit Ungleichheit, mal davon abgesehen, dass es eben als Eurozentrisches Fantasygebilde konstruiert ist und war. Daraus impliziert sich eben ein ?berhang an "wei?" und wenn er schreibt, ein schwarzer Krieger auf dem Cover bei D&D, vergisst er wohl, dass D&D ein US Produkt ist und aus einer anderen Kultur kommt.
Das ist ungef?hr so, wie uns Hollywood als auch die Gamer Industrie versucht in neueren Filmen/Spielen, "schwarze" Krieger in einem Mittelaltersetting als Divers und normal oder besonders toll zu verkaufen. Vollkommen ignorierend, dass es das in Europa nicht oder extrem selten gab.

Bzw., Schaum vor den Mund bekommen wenn es NICHT der Fall ist wie in "Kingdom Deliverence".



« Letzte Änderung: 13.07.2018, 12:26:14 von Rahnaya »

Kuanor

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #5 am: 13.07.2018, 13:47:34 »
Na ja, die ganze SJW-Bewegung ist ja auch ein US-Produkt und kommt aus einer anderen Kultur.
Insofern passt das.

Das f?llt dann unter Kultur-Imperialismus, dass einige dann auch solchen M?ll mitmachen und ? bewusst oder unbewusst ? zu importieren versuchen.

Nazir ibn Yussuf

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #6 am: 13.07.2018, 21:31:20 »
Ich seh da nix von SJW. Es hat auch nichts mit Persiflage zu tun. Herrenwitzchen f?r Leute, denen nichts zu peinlich ist, na meinetwegen. Aber Rassismus ist doch irgendwie was anderes und noch unn?tiger.

Daneben sollte man aber nicht vergessen, dass auch der Rest von WdV einen ?u?erst lahmen Eindruck macht. Nat?rlich wundert es mich nicht, dass Ulisses an seinem selbsterkl?rten Diversity-Anspruch scheitert, aber traurig ists trotzdem.
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Rahnaya

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #7 am: 14.07.2018, 01:34:43 »
Das ist purstes SJW.

Wenn man noch Fantasy Welten reinigen will wird es dann ganz absurd. Dann m?sste endlich auch mal Al Anfa von den Sklaven befreit werden, Andergaster und Novadis die Sache mit der Gleichberechtigung lernen usw...

Dann doch lieber meine kleine engstirnige fantastische Mittelalterwelt in der ich ?ber den Al Anfaner l?stern kann und auch die olle Schankmaid mit bl?der Anmache in den Wahnsinn treiben ohne das die Stadtgarde mir was von Bel?stigung am Arbeitsplatz erz?hlt.

Xandila

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #8 am: 14.07.2018, 09:57:29 »
Wenn ich diese Stellungname lese, finde ich die Anschuldigungen - vor allem, da? die Redax nicht mit sich reden lassen wollte - eher seltsam: http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeiten/2018-07-13-wege-der-vereinigungen-ein-kontroverses-buch/
Denn genau das, was er fordert (im pdf die W?rfeltabelle zu ver?ndern) tun sie ja zB.

Das erste von Mike Krzywik-Gro? verlinkte Video, wozu er schreibt, da? Diversity ja nicht sonderlich geh?rt wurde, beklagt das ?brigens nur in Bezug auf die Art und Anzahl der Bilder, nicht beim Text (auch dazu steht was in der Ulisses-Stellungnahme), ebenso wie die (berechtigte) Kritik an der einen Kurzgeschichte aufgegriffen wird. Berechtigt insofern, da? nicht einvernehmlicher Sex in Geschichten zumindest kritisch ist, aber ja trotzdem ein gern gelesenes und gekauftes Thema ist - siehe irdische Groschenromane (wo aber meist die Frau diejenige ist, die entf?hrt, zum Sex gezwungen wird und den doch toll findet - insofern durchaus auch ein Beitrag zur Vielfalt, hier einen Mann in der Rolle zu zeigen), 50 Shades of Grey oder wohl auch einige Fanfiction.

Auch im Skriptorium wurde ja ge?ndert, was er bem?ngelt hatte.

Zum Rassismus:
Beide Forendiskussionen drehen sich schnell um verschiedene rassistische Aspekte in unterschiedlichen Publikationen, WdV schien nur der Aufh?nger. Die im Orkenspalterforum fand ich ?brigens differenzierter und die Reaktionen von Alex Spohr auch gut. Er teilt nicht jede Meinung, aber er scheint zuzuh?ren und stellt sich der Diskussion.
Die Tabelle ist etwas albern, greift Klischees auf (wobei durchschnittliche Penisl?ngen tats?chlich nach L?ndern etwas zu differenzieren scheinen, wie einige Links in der Orkenspalterdiskussion zeigen) und braucht man eigentlich nicht - und sie wird ja auch nach der Kritik jetzt ge?ndert.
Die ebenso kritisierten ausw?rfelbaren Mohabr?uche sind auch albern und die Kritik verstehe ich - aber sie k?nnen auch als ironischer Aufgriff vieler ?lterer Publikationen und als Fanservice (manche Zufallstabellen sind ja durchaus beliebt) verstanden werden. Der Rassismus ist dort also weitaus ?lter als in WdV.
Und genau das ist was mich wundert: da? das offensichtlich in Teilen als Scherz und ironisch gemeinte Werk, da? aus einem Aprilscherz entstand, als Begr?ndung herangezogen wird, nicht aber fr?here Publikationen, in der auch teils mehr teils weniger latenter Rassismus vorhanden war oder zumindest entsprechende Bilder in den K?pfen erzeugte (Beispiele dazu in beiden Forenthreads genug vorhanden)

Fazit:
Ich hab den Eindruck, zwischen Mike Krzywik-Gro? und der Redaktion lag da mehr im Argen, denn als Begr?ndung finde ich das etwas d?rftig, wenn er vorher 8 Jahre mit ihnen zusammengearbeitet hat.

Ach und wie viele von denen, die WdV grad kritisieren, haben es eigentlich tats?chlich gelesen?
Bei vielen kommt es mir n?mlich so vor, als w?rden nur kritische Stimme dazu wiederholt und mit eigenen Vorurteilen erg?nzt.

Rahnaya

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #9 am: 14.07.2018, 11:29:28 »
Zitat
Uns liegt die emotionale Sicherheit der Spieler, die unsere Regeln tats?chlich benutzen, sehr am Herzen.

Also das ist ja der Gipfel, genau das ist doch der Wahnsinn der in den USA so seltsame Bl?ten treibt, dass man im Rechtsunterricht auf einer Uni f?r angehende Anw?lte !!!!! nicht ?ber Vergewaltigung und das ganze rechtliche drum herum sprechen darf ohne ein Heer von Psychologen und x Warnungen zu haben.

Xandila

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #10 am: 14.07.2018, 11:41:31 »
Nein, es ist nicht der Wahnsinn, den du von den USA beschreibst.
Hier wird gewarnt und aber nicht darauf verzichtet, potentiell problematische Themen zu verwenden.
Und das finde ich einen guten Weg: Es gibt ja tats?chlich (leider) genug Menschen, die traumatische Erfahrungen mit sexueller Gewalt erlebt haben, und das in einem Kurzgeschichtenband daher nicht lesen wollen. Die k?nnen die entsprechende Geschichte, die nach der Videorezension auch recht detailliert und pornografisch und damit wirklich nicht jedermanns Sache sein soll, ?berspringen. Aber f?r alle anderen ist sie trotzdem da. Ginge es nach denen, die niemanden von irgendwas getriggert sehen wollen w?rden, w?rde es eine solche Geschichte vermutlich gar nicht geben und vermutlich auch manch anderes nicht (denn obwohl zB auf konkrete Regeln f?r sexuelle Gewalt verzichtet wurde, was ich auch richtig finde, sind trotzdem Werte f?r Belkeleld?monen vorhanden und werden auch an anderer Stelle belkelelgef?llige Dinge thematisiert)

Yngvar Thuresson

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #11 am: 16.07.2018, 00:16:28 »
Ein guter, unaufgeregter Beitrag zum Thema, in dem auch erkl?rt wird, warum man von solchen Begriffen wie SJW Abstand nehmen sollte:

https://rakshazarer.wordpress.com/2018/07/13/rassismus-sexismus-shitstorm-in-der-rollenspielcommunity-teil-1-wege-der-vereinigungen/
S?belzahnkaninchen - das Original!

Xandila

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #12 am: 16.07.2018, 06:48:52 »
Danke, der Beitrag ist wirklich gut!

Das hier finde ich einen besonders wichtigen Hinweis:
Zitat
Ich bitte in diesen Zeiten einfach um erh?hte Achtsamkeit, damit diese mittelalterlichen Einstellungen am einzigen Ort bleiben, wo sie hingeh?ren: Neben viele andere Einstellungen, gute und weniger gute, in ein gro?es Gedankenexperiment namens Rollenspiel.
Im Offplaytalk der Community hat dieser Kram hingegen nichts zu suchen. Und wenn doch einmal einige grenzwertige Eskapaden durchs Lektorat rutschen, dann w?nsche ich mir eine offene und von gegenseitiger Wertsch?tzung gepr?gte Diskussion, die in (vorzugsweise ge?ffneten) Facebook- und Forenthreads erm?glicht wird. Und nicht zuletzt w?nsche ich mir weniger R?cktritte und generell weniger Nachtreten beim R?cktreten.

Honak

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Antw:WdV schl?gt hohe Wellen und tiefe Wunden
« Antwort #13 am: 17.07.2018, 17:37:12 »
Jupp, den Blogbeitrag fand ich auch super.
Ich bin als Deutscher mit DSA aufgewachsen,
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(Alrik K?stner)

Rahnaya

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« Antwort #14 am: 17.07.2018, 19:36:12 »
Und verengt auf Mohas und unterschl?gt, dass auch Thorwaler Pimel Bonus bekommen nur um seinem Sexismus, Rassimus, Kolonialismus irgend ein andere -ismus zu begr?nden.

Sein ganzer Beitrag trieft nur so von seiner politische Haltung und NEIN ich will mich nicht von ihm in eine offene, tolerante, liberale Comunity seiner Vorstellung,  pressen lassen.


« Letzte Änderung: 17.07.2018, 19:47:40 von Rahnaya »