Autor Thema: Zustand der CDU  (Gelesen 219 mal)

Fido Tatzeltoeter

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Zustand der CDU
« am: 17.03.2021, 21:37:08 »
Hallo,

ist der Zustand der CDU wirklich als so schlecht zu beurteilen, wie jetzt reihum zu hoeren ist?

Dass sie in BW verloren hat, kann man doch auf die Spitzenkandidaturen zurueckfuehren. Hier ist noch unbemerkt geblieben, dass die Kandidatur der Kultusministerin Eisenmann ungluecklich die psychologischen Tiefenschichten der Bevoelkerung treffen musste.

Viele Gruesse

Fido

Horatin

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Antw:Zustand der CDU
« Antwort #1 am: 18.03.2021, 06:59:30 »
Ich kann mir keinnUrteil ?ber die Regionen/L?nder erlauben da ich zu weit weg wohne und mir die regionalen Spezifika unbekannt sind.
Ganz simpel ist eigengtlich die Binse: Was/Wer ganz oben ist kann halt nur oben bleiben oder runter. Ist ne Binse keine Frage, aber die Konsequenz daraus beschreibt mE das "psychische Momentum" einer Partei auf dem absteigenden Ast. Die CDU hat 16 Jahre die Spitze gehalten, irgendwann ist die Luft raus, war bei Kohl nicht anders Dazu eine Politik die aktuell die W?hlerschaft nicht erreicht wie unter Schr?ders SPD, der viele W?hler an die Linken verlor. Dann kommt sowas, auch in den L?ndern.

PS: Die finale Messe ist mE aber noch nicht gelesen. Noch sind es, auf ganzheitlicher Linie betrachtet, Warnsch?sse, deutlich aber kein Todesstoss. Ob die CDU langfristig zu einer sich spaltenden Partei wird wie SPD den linken Fl?gel verloren hat, ist noch nicht final durch. Was ich den Politprofis durchaus zutraue ist innerhalb eines halben Jahres sich neu zu erfinden. Schr?der hatte ne Flut und wenn wir sagen Mutti Merkel steht pl?tzlich mit einem Eimer Impfstoff an der Strasse und schmeisst das Jesuslike huldvoll unters Volk und parallel schickt sie medienwirksam ihre beiden Rotzbengel S?der und Laschet ohne Nachtisch aufs Zimmer... dann unke ich... das reicht nochmal f?r weitere 4 Jahre. 😉
Unwahrscheinlich, ja aber es sollte nur ein Beispiel f?r "?berraschende Entwicklungen" sein.
« Letzte Änderung: 18.03.2021, 07:03:41 von Horatin »

Fido Tatzeltoeter

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Antw:Zustand der CDU
« Antwort #2 am: 18.03.2021, 07:45:28 »
Also bei der SPD sehe ich den "Verlust des Markenkerns" vielschichtig: Das eine sind die Abspaltungen infolge Schroeders Sozialpolitik. Das andere ist der Verlust des Waehlertyps, der , in sozialer Sicherheit und hinreichender Wohlbetuchtheit lebend, frueher die SPD gewaehlt hat, um sich ein paar liberale Ansichten und etwas Weltoffenheit zu goennen. Gepraegt in der Aera Brandt, hat dieser Typus vor einer Generation noch zur roten Fahne gehalten. Nun aber ist das Problem, dass man mit derselben Motivlage ganz genauso die Gruenen waehlen kann. Die Stillung des oekologischen Gewissens kommt noch hinzu und ist das denkbar passendste Angebot.

Bei der CDU sehe ich gar kein solches Problem.

P.S.: Daran laesst ablesen, dass ich von Personal und konkreten Themen nicht genug verstehe. Ich selbst waehle anhand meiner sozialen Gruppenzugehoerigkeit - was nicht falsch sein kann im repraesentativen System - oder, von der Person entbunden, in Ausrichtung auf die das gesamte Gemeinwesen betreffende Frage, ob ich gerade das liberale oder aber das sozialisierende bzw. demokratische Prinzip fuer staerkungswuerdig befinde. Daneben bin ich Mitglied in der SPD, allerdings nur, weil ich Anfang 2016 mal vor Schreck eingetreten bin und Mitglied bleibe, bis die AfD marginalisiert worden ist.
« Letzte Änderung: 18.03.2021, 09:55:08 von Fido Tatzelt?ter »

Nazir ibn Yussuf

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Antw:Zustand der CDU
« Antwort #3 am: 19.03.2021, 09:08:09 »
Das wuerde ich zustimmen, die SPD hat das groessere Problem.

Die CDU hat vor allem jetzt grade ein Problem. Man spricht ja nicht umsonst vom Kanzlerwahlverein. Wer kein Programm hat (ausser "alles ist gut und soll so bleiben"), kann auch keine Stammwaehler oder sein Millieu verlieren. Das war selten so deutlich wie bei Mutti, die ja ausschliesslich politische Erfahrung hat, aber von Anfang an keinerlei Inhalte. Funktioniert super, aber halt nicht, wenn die Kanzlerin explizit sagt, dass sie nicht mehr antritt.

Also brauchen wir einen neuen Kandidaten, und da steht die CDU eben schlecht da. Not gegen Elend gegen CSU. ;) Das wird nicht einfach. Wenn aber zB Soeder es einmal schaffen sollte, spricht nichts gegen 12 Jahre Kanzlerschaft.

Insgesamt hat die Union keine tauglichen Personen, die mir bekannt waeren, dafuer einen Haufen Pfeifen diverser Auspraegung. Rechtsblinde Typen wie in Sachsen, korrupte Leute, die ueber 15 Jahre gewachsene Seilschaften ausnutzen, Laschet, der ueber keinerlei nennenswerte Faehigkeiten verfuegt, vdL, die in Europa genauso versagt wie in Deutschland, Andy Scheuer, etc. Da ist Soeder ein leuchtendes Beispiel an Kompetenz. Also der Typ mit dem Shrek-Kostuem und einem der Laender mit den durchgehend hoechsten Inzidenzwerten...

In Hamburg kann ich nichtmal wirklich was sagen. Seit sie damals mit Rechtsextremisten regiert haben, ist es sehr ruhig. Das wirkt allerdings nach, da sich zB in der Polizei die damaligen Strukturen ziemlich gut erhalten haben. Aber seit vielen Jahren sind die CDUler hier jetzt so blass und nichtssagend, dass Olaf Scholz dagegen gut aussieht. Das muss man erstmal schaffen. Olaf Scholz zeigt, dass unter den Blinden der Einaeugige auch dann Koenig ist, wenn er dank grauem Star schon fast nichts mehr sehen kann...
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Was f?r mich bedeutet DSA wurde von Links-Gr?nen bunten Spinnern gekapert (...). Ich sehe das als Kampf um die Seele von DSA, die nun mal Wei?, Europ?ische Pr?gung (...) ist.

Fido Tatzeltoeter

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Antw:Zustand der CDU
« Antwort #4 am: 19.03.2021, 12:02:10 »
Das beharrende Beduerfnis schafft andererseits eine CDU-Waehlerschicht von einer komfortablen Dicke, von der die SPD nur traeumen kann.

Rein intuitiv nehme ich aber an, dass Laschet nach 16 Jahren Hotel Mutti nicht mehrheitswirksam daran anknuepfen kann. Das beharrende Beduerfnis hat sich auch irgendwann ausgeschlafen ...

Trotzdem weist die CDU m.E. keinen Mangel auf, der sie, wie Medien suggerieren, irgendwie an einer Abbruchkante der Zeit platzierte und ihr zuvor noch den Mantel der Volks- und Staatspartei abstriffe.

Die Gefahr waere gegeben, falls sie - wie in BW - durch regierungsfaehige und hinreichend verbuergerlichte Gruene in eine Koalition gezogen und dort kannibalisiert wuerden.

P.S.: @Hamburg Dort ist CDU m.W. fast ein Fremdwort. Im Norden ist die Sozialdemokratie aehnlich aufgestellt wie in Skandinavien, oder?
Inge Meysel berichtet uebrigens, 1936 sei die Hamburger Kulturszene noch offener und toleranter gewesen - in der Frage nach den Engagements von Juden und allgemein im Punkt der freien Meinungsaeusserung. Berlin und Leipzig seien im Nu von NS-Strukturen erfasst gewesen.
« Letzte Änderung: 19.03.2021, 12:10:27 von Fido Tatzelt?ter »