Autor Thema: Literaturempfehlungen und -kritik  (Gelesen 664 mal)

Fido Tatzeltoeter

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Literaturempfehlungen und -kritik
« am: 30.01.2021, 19:09:26 »
Da unlaengst beklagt war, Inhalte sollten erbaulicher sein, eroeffne ich einen Thread zu Freizeit Unterhaltung und Kultur:

Literaturempfehlungen und -kritik.

Um den Anfang zu machen: 'Von Joseph und seine Brueder' von Thomas Mann ist nicht abzuraten. Ich wuerde es jedoch nur mit einer 2- bewerten.

Der erste Teil, 'Jaakobs Geschichten', ist m.E. erzaehlerisch und inhaltlich misslungen.

F?r das Verstaendnis des gesamten Werkes sollte man das Buch Genesis kennen.
« Letzte Änderung: 31.01.2021, 10:00:10 von Fido Tatzelt?ter »

Fido Tatzeltoeter

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Antw:Literaturempfehlungen und -kritik
« Antwort #1 am: 01.02.2021, 20:02:31 »
Churchill, Winston: Der Zweite Weltkrieg, ca. 1100 Seiten in einer Zusammenfassung durch den Autor, 1948.

Der Autor nimmt die Fehler, die in der Beilegung des Ersten Weltkrieges gemacht wurden, zum Ausgangspunkt. Der zweite Krieg muesse als "der unnoetige Krieg" in die Geschichtsbuecher eingehen.

Ueber dieses Buch werde ich berichten und ausfuehrlich urteilen.
« Letzte Änderung: 01.02.2021, 23:11:04 von Fido Tatzelt?ter »

Kuanor

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Antw:Literaturempfehlungen und -kritik
« Antwort #2 am: 02.02.2021, 11:17:14 »
Ich bekunde mal Interesse an interessanten Buchkritiken. :)
Kann nur nicht so viel mitreden.

Fido Tatzeltoeter

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Antw:Literaturempfehlungen und -kritik
« Antwort #3 am: 02.02.2021, 22:48:48 »
Dass man nicht die 90000 jaehrlichen Neuerscheinungen intus hat, ist ja aber auch klar.?

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #4 am: 11.02.2021, 22:38:52 »
Admiral Dudley Pound machte am Beratungstisch oft ein Nickerchen, um sich an den zu Kriegszeiten oft langen Tagen zu regenerieren. Er wachte jedoch sofort auf, wenn das Wort "Navy" fiel ...

:-))))))

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #5 am: 12.02.2021, 16:29:05 »
"Immerhin, Sir, sind wir im Finale, und es wird auf heimischem Boden ausgetragen."
- Laufbursche in einem britischen Militaerclub, Sommer 1940, eine Invasion erwartend.

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #6 am: 13.02.2021, 19:30:51 »
"Die Flotte benoetigt drei Jahre, um ein neues Schiff zu bauen. Man wuerde dreihundert Jahre brauchen, um eine neue Tradition zu schaffen. Die Raeumung geht weiter."
- Admiral Cunningham ueber die verbissene Treue der britischen Flotte, die britischen Landstreitkraefte aus Kreta zu evakuieren, Mai 1941.

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #7 am: 07.03.2021, 15:47:10 »
Nun durch - Churchill, Winston: Der Zweite Weltkrieg, vom Autor selbst gekuerzte Fassung, Fischer, 8. Auflage 2018 (dt.), S. 1124 S. (ohne Register).

Eine lesenswerte, mit autobiographischem Leitfaden verfasste Darstellung des Zweiten Weltkrieges. Der "unnoetige Krieg" - unnoetig, weil ein beherztes Eingreifen gegen Hitler noch 1936 oder 1938 ein unzureichend aufgeruestetes Deutsches Reich angetroffen haette - sah den fruehzeitigen Mahner Churchill zunaechst in seinem alten Amt des Ersten Lords der Admiralitaet, ab Fruehsommer 1940 als Premierminister. Schwerpunkt der Darstellung ist naheliegenderweise die politische und militaerische Sphaere der Angloamerikaner. Der Epilog wurde, erst 1957 verfasst, dem Werk angehaengt.

Bereichernd an dem Buch ist die Auffuellung von Kenntnissen ueber die in groben Zuegen bekannte Vorkriegs- und Kriegszeit. Sogar auf dem Fuss des Unwissens bin ich ertappt: Ich wusste nicht, dass Vichy-Frankreich mit Hitler-Deutschland nahezu verbuendet war.

Die Schwaechen sind teils aus dem Genre der politischen Autobiographie zu erklaeren. Und sie sind:
1) Churchill erwaehnt nicht, dass er an anderer Stelle ohne idealische Ausbrueche zugab, der Krieg sei vornehmlich gegen eine deutsche Hegemonie in Europa gefuehrt worden.
2) Angeblich zoegerten die Angloamerikaner die Errichtung einer Invasionsfront in Nordwesteuropa heraus, um eigenes Blut zu sparen: Die Deutschen und die Russen sollten sich moeglichst lang gegenseitig abnutzen und abschlachten. Die Angloamerikaner griffen erst maechtig ein, wenn Deutschland stehend k.o. sei und - im Ausblick - dem Vordringen der Russen in Europa etwas entgegenzusetzen sei. Das erwaehnt Churchill nicht - oder es stimmt einfach nicht.
3) Churchill erwaehnt nicht den Entwurf der "Operation Unthinkable", der 1945 die Fortsetzung des Krieges gegen die Sowjetunion erwog.
Anbei noch: Die an sich moralischen Auftrieb bietende Ermordung der europaeischen Juden wird mit keinem Wort erwaehnt, sofern von einem Satz im Epilog zur Gruendung des Staates Israel abzusehen ist.

Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch. Wegen oder trotz der Fragezeichen.
« Letzte Änderung: 08.03.2021, 09:27:41 von Fido Tatzelt?ter »

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #8 am: 09.03.2021, 21:44:21 »
Edmund Stoiber: Das Mass der Dinge, 2001.

Gespraech mit einem Journalisten. Gespraechspartner machen einen auf intellektuell, wirken dabei dem wissenden Auge aber pennaelerhaft.

Ohnehin veraltet.

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #9 am: 09.03.2021, 21:47:40 »
Inge Meysel: Frei heraus - mein Leben, 1991.

Aeusserst lesenswert zumal dann, wenn man den Lebensweg von - alles in allem und gemessen an den Haupt- und Staatsbegebenheiten - zweitrangigen Persoenlichkeiten als wertvolle Ergaenzung der Wissenshaushaltung wahrnimmt.

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #10 am: 20.03.2021, 22:16:10 »
Polybios, Historien, marixverlag, einsprachig dt., 700+ Seiten; Uebersetzung oder Uebersetzungsbearbeitung durch eine Griechisch- und Lateinlehrerin.

Roemische Geschichte mit Ausgangspunkt beim Ersten Punischen Krieg, Zeitalter der Kriegselefanten usw.

Kann man sich mal reinpfeifen, wenn das 6. Buch, ediert bei Reclam, nicht ausreicht.

Ergebnis: Bis Buch 6 kann man es lesen. Bei den restlichen Fragmenten duerfte Ueberfliegen ausreichen, zumal sie oftmals keinen Zusammenhang mehr bieten.
« Letzte Änderung: 12.04.2021, 20:55:12 von Fido Tatzelt?ter »

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #11 am: 18.04.2021, 22:19:46 »
Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Landschaftsbeschreibung mit Referaten ueber historische und legendaere Persoenlichkeiten, Schauplaetze usw.

Sehr leicht als Hoerbuch in einer Lesung von Gert Westphal (im Auto) rezipierbar. Man verliert kaum die Konzentration. Vielleicht liegt es daran, dass die Erzaehlepisoden einander unabhaengig sind.

Man sollte vorher ungefaehr wissen, was es mit Katte, Kunersdorf u.ae. auf sich hatte.
« Letzte Änderung: 18.04.2021, 22:31:07 von Fido Tatzelt?ter »

Fido Tatzeltoeter

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« Antwort #12 am: 15.05.2021, 13:24:10 »
Plutarch, Grosse Griechen und Roemer

Sammlung von Biographien bedeutender Griechen und Roemer, in unserem Verstaendnis als legendaer einzuordnende mitgezaehlt, in Paarungen wie Solon-Publicola, Theseus-Romulus usw.

Mit dem Himmels- und Goetterzeichenkram, Suehneopfern fuer Goetter der Unterwelt, etc. sogar inspirierend.

Fido

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« Antwort #13 am: 24.06.2021, 21:41:05 »
Oskar Lafontaine, Das Herz schlaegt links

Wie die Zeit vergeht ... Man liesst es mit Nostalgie ...