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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Nazir ibn Yussuf am 03.07.2020, 00:29:21 »
Nein.

1. Wer sich an die Stra?enverkehrsregeln haelt, darf sowieso darauf vertrauen, dass sein Verhalten ok ist. 150 - wo die erlaubt sind - sind nicht per se ein Problem.

2. Selbst wenn die 150 im Ort sind, bleibt das Problem:
Das bedeutet, man muss dem Fahrer nachweisen, dass er das Rennen fahren will und ihm ein Unfall, in den er bei Tempo 180 selbst verwickelt ist, moeglich erscheint (trotz Selbstueberschaetzung) und er ihn in Kauf nimmt.
Er muss einen fuer ihn selbst super gefaehrlichen Unfall in Kauf nehmen. Das tut man normalerweise nicht, weil man nicht selbst verletzt werden und sein teures Auto demolieren moechte.

In aller Regel wird ein Raser vielmehr die Moeglichkeit erkennen, aber darauf vertrauen, es werde schon alles gut gehen. Das wiederum ist die Definition von (bewusster) Fahrlaessigkeit. Die Abgrenzung ist super schwer im einzelnen Fall, da kommt es auf diverse Umstaende an.

Schon bei normalen Faellen ist das nicht einfach. Wer jemanden verpruegelt, handelt vorsaetzlich, aber erstmal nur in Bezug auf die Koerperverletzung. Wenn derjenige dann stirbt, fragt man sich, ob der Taeter auch den Tod wollte oder billigend in Kauf nahm, oder grade nicht. Dann kein Totschlag/Mord, sondern Koerperverletzung mit Todesfolge (verkuerzt: Koerperverletzung + fahrlaessige Toetung = KV mit Todesfolge). Das mag bei nem Faustschlag auf den Kopf naheliegen, geht aber auch noch beim Messerstich in den Oberkoerper. Aber in der Herzgegend, zwei wuchtige Stiche mit ner Klinge von 15 Zentimetern, dann ist irgendwann natuerlich Schluss. Da kannst du noch so oft behaupten, du hast gehofft, er wuerde das ueberleben... dann steht im Urteil halt, dass das Unsinn war und ein vernuenftiger Mensch nicht ernsthaft auf ein Ausbleiben des Todes vertrauen konnte.

Bei Raserfaellen ist es nochmal komplizierter. Ab wie viel km/h und wie vielen roten Ampeln muss ich davon ausgehen, dass es irgendwann nicht mehr gut gehen kann und ein Unfallgegner das nicht ueberleben wird, obwohl auch der womoeglich in einem dicken SUV mit 20 Airbags sitzt? Und wie gesagt hat der Autofahrer ein recht starkes Argument: Sterben kann nur jemand, wenn es einen Unfall gibt. Dann geraet er aber auch selbst in Lebensgefahr. Und so egal einem das Leben anderer sein mag... einen toedlichen Unfall, bei dem man selbst am Ende das Todesopfer sein kann, nimmt man eben nicht so schnell billigend in Kauf. Oh, und ganz vergessen: Einen Unfall will der Rennfahrer natuerlich auch deshalb nicht, weil er dann das Rennen nicht mehr gewinnen kann...

Bei Interesse lies mal zu den entsprechenden Urteilen. Hamburg war einfach, da der Taeter vor der Polizei fluechtete. Wenn die Flucht aus Angst vor Entdeckung der Drogen im Auto passiert, dann nimmt man eher Unfaelle in Kauf. Berlin war ein klassisches Rennen. Das erste Urteil wurde vom BGH aufgehoben. Das zweite gegen den Fahrer, der das Opfer gerammt hat, hat gehalten. Gegen den anderen Rennbeteiligten wurde es erneut aufgehoben und geht in Runde 3.

https://www.wbs-law.de/verkehrsrecht/mordprozess-um-kudamm-raser-urteilsbegruendung-des-landgerichts-liegt-vor-44105/
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bgh-4str48219-zweites-urteil-im-berliner-raser-fall-mord-revision/
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-mord-bei-illegalem-autorennen-was-das-urteil-des-bundesgerichtshofs-bedeutet-a-77b2f22b-bf45-43a0-986e-6ef206725ddf
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Fido Tatzelt?ter am 02.07.2020, 20:35:04 »
Dann waere ein jeglicher, der an sich um die Gefaehrlichkeit von Tempo 150 weiss, ein Moerder im Falle eines Unfalls mit Toten.

Er hat auch gewusst, dass er bei dem Tempo ein Risiko eingeht.

Es muss noch eine besondere Idiotenidentifikationsrechtsfigur geben.
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Nazir ibn Yussuf am 02.07.2020, 20:18:15 »
Ok, ihr beiden blutigen Laien duerft aber ruhig mal selbst googlen, ja? ;) Ist nicht so, dass Dinge wie bedingter Vorsatz, Entziehung der Fahrerlaubnis und die Raserfaelle da draussen im Intenet nicht ausfuehrlich besprochen wuerden...

Also ich habe bis heute nicht verstanden wie sie diese Raser wegen Mord dran kriegen wollen. Man kann diesen Schwachmaten sicherlich einiges zur Last legen, aber Mord ist f?r mich was anderes, die sind ja nicht absichtlich auf Leute los gefahren.
Du missverstehst das Konzept von Vorsatz. Vorsatz, den man fuer alle Straftaten braucht, die nicht fahrlaessig sind, bedeutet NICHT Absicht. Absicht (der Tod des anderen ist mein ZIEL) ist nur die hoechste und staerkste Form. Die anderen sind Wissentlichkeit (ich will nicht unbedingt, dass er stirbt, aber ich WEISS, dass wenn ich in sein U-Boot ein Loch sprenge, ...) und der bedingte Vorsatz. Der in die Fahrlaessigkeit uebergeht und nicht leicht festzustellen ist. Definition ist vereinfacht, dass ich erkenne, dass jemand sterben kann, ich das aber billige / in Kauf nehme, um mein eigentliches Ziel zu erreichen.
Klassiker ist der Raubmord: Auf der Flucht verstellt mir jemand den Weg. Ich schiesse auf ihn. Ich will nicht, dass er stirbt, ich will abhauen. Ich weiss auch nicht sicher, dass er sterben wird, weil man den Schuss in den Oberkoerper durchaus ueberleben kann. Aber ich halte es fuer moeglich. Und weil ich unbedingt entkommen will, finde ich mich damit ab, dass jemand sterben muss, damit ich mein Ziel erreiche. Das ist bedingter Vorsatz, damit Totschlag und nicht fahrlaessige Toetung. Und wegen des Mordmerkmals Habgier dann Mord.
Bei den Raserfaellen ist es immer eng, aber in Berlin und Hamburg sind schon rechtskraeftig Leute verurteilt worden. Hier ist das Problem, dass der Tod beim Rennen durch einen Unfall eintritt. Der gefaehrdet immer auch den Fahrer. Das bedeutet, man muss dem Fahrer nachweisen, dass er das Rennen fahren will und ihm ein Unfall, in den er bei Tempo 180 selbst verwickelt ist, moeglich erscheint (trotz Selbstueberschaetzung) und er ihn in Kauf nimmt.
Nimmt man die Huerde, ist der Rest einfach: Die Moeglichkeit des Todes erkennt man bei der entsprechenden Geschwindigkeit immer. Und Mord wird es, weil ein gemeingefaehrliches Mittel im Spiel ist. Das ist per Definition der Fall, wenn der Taeter ein Mittel benutzt, dessen Wirkung er in der Tatsituation nicht kontrollieren kann (klassisch: eine Handgranate etc.). Das liegt nahe, bei einem 0,5-1 Tonne schweren Ding, das sich mit 150 km/h bewegt und ueber das der Fahrer grade die Kontrolle verliert...

Entzug der Fahrerlaubnis ist uebrigens nicht Lappen weg, wie beim Blitzer mit 21 km/h zu schnell. Fahrerlaubnis ist die Erlaubnis an sich. Die muss man dann - nach Idiotentest - neu machen, wie damals mit 17... Der Lappen selbst dokumentiert ja nur nach aussen, dass der Besitzer eine Erlaubnis hat. Der ist selbstverstaendlich dann mit weg.
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Fido Tatzelt?ter am 02.07.2020, 17:19:08 »
Wird bei einem Fuehrerscheinentzug das Dokument fuer ungueltig oder der Fahrer als Person fuer fahruntuechtig erklaert?

In ersterem Fall koennt' man ja nach Tansania oder Chile fliegen und sich 'nen neuen holen.
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Drusus am 02.07.2020, 15:08:57 »
@Raser: Gibt es nicht fahrlaessige Toetung im Strassenverkehr fuer so etwas? Dann noch'n Stempel gemeingefaehrlicher Idiot?

Irgendwo (Berlin??) haben sie doch zwei deswegen wegen Mordes angeklagt. Ich meine letztens nebenbei geh?rt zu haben, da? das in Berufung ging.
Ich pers?nlich bin da ja f?r ?ffentlich auspeitschen und den Rest des Lebens zu Fu? gehen, aber mich fragt ja niemand ... zum Gl?ck  ;)
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Fido Tatzelt?ter am 02.07.2020, 12:08:59 »
Ich meine aber, dass es - bei naeherer Betrachtung - gedanklich pervers ist, vom Totschlag aus auf den Mord hochzuermitteln, anstatt einen zu konstatierenden Mord u.U. nach unten zu relativieren.

Denn es wohnt inne: Obwohl die Toetung des Menschen sogar vorsaetzlich begangen sein kann, ist sie erstmal nicht maximal schlimm.

Eine "Mord, aber ..."-Gedankenfolge waere sittlich besser. Dann kaemen erst aus Schwiegermuettern, Nachbarn etc.pp. ableitbare Relativierungen der Taetergesinnungslage.

@Raser: Gibt es nicht fahrlaessige Toetung im Strassenverkehr fuer so etwas? Dann noch'n Stempel gemeingefaehrlicher Idiot?
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Auf ein Wort / Antw:Pflegebeduerftigkeit von Flieder und Rosen
« Letzter Beitrag von Drusus am 02.07.2020, 09:58:07 »
Das Zeug ist Unkraut in Buschform ...

Unser Garteneibisch w?chst seit Jahren keinen Milimeter und die zurechtgestutzte Haselnu? neben dem Grundst?ck f?ngt schon wieder an unseren 30 Jahre alten Obstbaum zu ?berwuchern ... na ja, daf?r kommen Eichh?rnchen mit denen der Kater spielen kann ...  ;D
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Drusus am 02.07.2020, 09:50:33 »
Zitat
(ggf. bedingt - Raserfaelle)

Also ich habe bis heute nicht verstanden wie sie diese Raser wegen Mord dran kriegen wollen. Man kann diesen Schwachmaten sicherlich einiges zur Last legen, aber Mord ist f?r mich was anderes, die sind ja nicht absichtlich auf Leute los gefahren.
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Auf ein Wort / Antw:"Versuchter Totschlag"
« Letzter Beitrag von Nazir ibn Yussuf am 02.07.2020, 09:38:01 »
Der Jurist war wahrscheinlich kein Strafrechtler. ;)

Also, weil gestern kurz angebunden: Vorsatz und Planung haben damit nichts zu tun. Der einzige Unterschied ist, dass im 211 noch die Mordmerkmale drinstehen. Gemeinsam ist beiden, dass man vorsaetzlich (ggf. bedingt - Raserfaelle) einen Menschen getoetet hat. Ohne Mordmerkmale = Totschlag. Mit = Mord. Versuch geht bei beidem. MMs sind tendenziell eng auszulegen. Niedrige Beweggruende sind nicht solche, die die Gesellschaft nicht akzeptiert, sondern nur voellig unverstaendliche, die schlechthin verachtenswert sind. Rassismus ja, Streit aus albernen Gruenden nein.
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Auf ein Wort / Antw:Pflegebeduerftigkeit von Flieder und Rosen
« Letzter Beitrag von Fido Tatzelt?ter am 01.07.2020, 20:21:57 »
An meinem Nussbaum treiben unterhalb der etwa sechs Wochen alten Aststuempfe neue Blaetter aus.

Man muesste den wohl mal niedermachen, bis er aussieht wie ein abgefressener Besenstiel, und damit dann ... zwoelf Monate ... Ruhe haben.
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